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Am Samstag (9.9) sind wir mit dem Minibus nach Geghard gefahren. Im Bus haben wir Erik kennengelernt, der nun schon seit 2 Jahren um die Welt reist. Mit ihm sind wir von Geghard nach Garni gelaufen (ca. 10 km). Zusammen mit Thomas bin ich dann noch in den “Canyon” hinabgestiegen und wieder hinauf, die anderen wollten sich lieber einen Film im Kino anschauen. Abends waren wir dann noch alle zusammen lecker essen.
Sonntag war Gyumri an der Reihe. In Gyumri gibt es eigentlich nicht viel zu sehen, dachten wir. Es ist die zweit grösste Stadt Armeniens, und ist mit dem Minibus 2 Stunden entfernt. 1988 wurde sie fast komplett zerstört und 35.000 Menschen starben. Selbst 18 Jahre danach wohnen viele Menschen noch in “Containern”. Die Arbeitslosigkeit ist bei 70%. Die Stadt wirkt sehr ruhig. Die Strassen sind breit. Sehr viele Bäume. Grün. Ich glaube heute zählt die Stadt 100.000 Einwohner, also im Vergleich zu Yerevan mit seinen 1.5 Millionen Einwohnern eine “Klein-Stadt”. Auch kann man sich gar nicht richtig vorstellen, dass man sich in 1800m Höhe befindet.
Kaum in Gyumri angekommen, wurde Nils auch schon von einem Fremden angesprochen. Und dieser Fremde (Ara) konnte Deutsch! Nach einigen Minuten wollte er uns sein “Haus” zeigen. Also sind wir mitgekommen. Ein Wohncontainer, der jedoch nicht mehr als solcher zu erkennen war. Eigentlich sah alles ganz nett aus. Bei ihm (bzw. bei seinen Eltern) im Wohnzimmer wurden wir erst mal mit Weintrauben und Keksen versorgt, bis er uns dann mit auf eine Stadtrundfahrt genommen hat. Dann haben wir den Entschluss gefasst (wir wollten ihn erst zum Essen einladen), dass wir bei ihm etwas kochen. Also haben wir auf dem Markt alles mögliche eingekauft. Fotini und Thomas haben einen Zaziki gemacht, ich einen griechischen Salat und Ara hat das Schaschlik vorbereitet und gegrillt. Nils hat alles photographiert :). Dann haben wir alle zusammen (mit Ara’s Eltern) gegessen. Dazu gab es Vodka (was sonst) oder Wein. Uiii, war der Vodka stark :). Aber das Essen war wirklich hervorragend, nur eben zu viel. Da wir ja am Montag alle zur Arbeit mussten, wollte wir den letzten Bus nach Yerevan nehmen (um sieben). Also sind wir dann bald auch los. Aber als der Bus kam, hat sich eine ganze Horde Menschen auf ihn gestürzt, sodass von uns nur Fotini einen Platz (auf dem Schoss eines Armeniers) bekommen hat. Ara hatte uns vorher schon angeboten bei ihm zu übernachten, also haben wir dass dann auch gemacht. Hihi, Nils und Thomas in einem Bett, das sah lustig aus. Ich dagegen hatte mein eigenes, dafür relativ kurzes. Abends gabs noch paar Süssigkeiten. Leckere eingelegte Walnüsse, sowie Kirschen. Und das Brot seiner Mutter… ein besseres habe ich noch nie gegessen.
Ara hat uns auch Bilder von sich gezeigt. Als er als Soldat in Berlin-Bernau war, oder später als Asylbewerber in München. Spät abends sind wir dann nochmal losgezogen und haben einen kleinen Vergnügungspark gefunden, in dem wir Schiffsschaukel und Karussel gefahren sind. Mit Thomas fahr ich nie wieder Schiffsschaukel grins. Ich wär fast gestorben :). Um sechs Uhr mussten wir morgends dann auch schon wieder aufstehen weil um sieben bzw. halb acht der erste Bus nach Yerevan fuhr.