13. December, 2005
27. June, 2007
in by Michael Neumann

Ziemlich geiles Buch. Natürlich von Haruki Murakami! Zwei, am Anfang total unabhängige Geschichten, konvergieren im Laufe des Buches. Enthält schöne “märchenhafte” Szenen, z.B. wie es Fische oder Blutegel regnet, oder eben dieser Nakata, der mit Katzen reden kann. Extrem brutal ist allerdings die Szene mit Johnny Walker, wo er die Katzen bei lebendigem Leibe aufschneidet, ihnen das Herz rausreisst um es anschliessend genüsslich aufzuessen. Die Liebesszenen, um es vorsichtig auszudrücken, sind genial wie immer :) Natürlich, direkt und ohne irgendjemanden zum Objekt machend, beschrieben. Die Grundhandlung ist an Ödipussi angeleht. Junge tötet Vater, schläft mit Mutter (und Schwester). Andererseits hat es nicht viel mit Ödipussi gemeinsam. Schliesslich trichtert ihm der Vater ein, er werde ihn umbringen und sich mit Mutter und Schwester vereinigen. Seinen Vater bringt er auch nicht wirklich um… oder doch? Woher kommt das Blut auf seinem Hemd, und wo ist das Blut auf Nakatas Hemd geblieben? Ist Johnny Walker sein Vater? Was hat es mit der Seelenpfeife auf sich? Schläft er wirklich mit seiner Mutter? Schwester? Ist vielleicht der Transvestit seine Schwester? Nein. Alles verschwimmt. Was ist Realität, was nicht?

Ein wunderbarer märchenhafter Roman!